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Badmintonsaiten gibt es wie Sand am Meer. Jeder Hersteller bietet - ähnlich wie bei den Schlägern - eine ganze Palette von Typen an, die alle unterschiedliche Spieleigenschaften haben. Feinheiten können aber oft nur von Profispielern unterschieden werden. Der "normale" Hobbygelegenheitsvereinsspieler merkt i. d. R. den Unterschied nicht.
Man unterscheidet zwischen Kunst- und hochwertigen Darmsaiten. Letztere bieten zwar beste Spieleigenschaften, sind aber sehr teuer. Die Hersteller sind bemüht, mit diversen Herstellungstechnologien die Eigenschaften der synthetischen Saiten an die der Darmsaiten anzunähern. Oft gibt man ihnen aufgrund des geringeren Preises und der höheren Haltbarkeit den Vorzug vor Darm und selbst Profis greifen auf diese zurück.
Der Saitendurchmesser sowie die Besaitungshärte bestimmen das Spielgefühl, das entweder mehr in Richtung Kontrolle oder mehr in Richtung Geschwindigkeit/Power tendiert. Man muss zwischen diesen beiden einen Kompromiss finden, da sich beide Faktoren gegenseitig aufheben und nie gemeinsam erreicht werden können. Folgende Tabellen zeigen die Zusammenhänge:
| Besaitungshärte |
Power |
Kontrolle |
Ballgefühl |
Haltbarkeit |
| weicher |
mehr |
weniger |
mehr |
mehr |
| härter |
weniger |
mehr |
weniger |
weniger |
| Saitendurchmesser |
Haltbarkeit |
Elastizität |
Ballgefühl |
| dünner |
weniger |
mehr |
mehr |
| dicker |
mehr |
weniger |
weniger |
Üblicherweise liegt die Besaitungshärte der Längssaiten bei ca. 7,5 bis 9 Kilopont (kp). Die Quersaiten werden mit ca. 0,5 kp weniger bespannt. Profis lassen ihre Rackets mit teils astronomisch hohen Härten von bis zu 15 kp besaiten, um die beste Kontrolle zu erhalten. Ein Hobbyspieler würde einen Ball mit solchen Härten nicht weit schlagen können. Nicht jedes Racket ist für diese Werte ausgelegt. Die Härte sollte immer so gewählt werden, dass der Spieler in der Lage ist, den Ball von einer Grundlinie zur anderen zu schlagen.
Weiterhin beeinflussen auch die Saitenoberfläche, Anzahl der Längs- und Quersaiten sowie der Schlägerschaft das Spielgefühl. Ist die Oberfläche rau, so erhält der Ball mehr Wirkung, da der Kontakt zwischen Saite und Ball besser ist als bei glatten Saiten. Bei höherer Anzahl der Längs- und Quersaiten erhöht sich die Oberflächenhärte. Ein flexibeler Schlägerrahmen sorgt für mehr Power, ein steiferer für mehr Kontrolle.
Saitenstärke:
Grundsätzlich sind dünne Saiten dickeren Saiten gleichen Typs in Beschleunigung, Kontrolle und Vibrationsdämpfung überlegen. Allerdings hat ein geringerer Durchmesser auch eine mäßigere Haltbarkeit zur Folge. Ein Treffer im Randbereich führt oft zum Riss der Saite. Schläger mit größeren Saitenabständen sollten daher mit dickeren Saiten bespannt werden.
Bespannhärte:
Wie hart Sie Ihren Schläger besaiten lassen, hängt von mehreren Faktoren ab, wie z.B. Schlägertyp, Spielstil, Saitenmaterial, verwendete Ballsorte oder eventuelle Armprobleme. Grundsätzlich gelten aber folgende Aussagen: Eine hohe Bespannhärte verbessert die Ballkontrolle. Geringere Bespannhärte verbessert Ballbeschleunigung, Vibrationsdämpfung, Haltbarkeit und vergrößert den Sweet-Spot. Die Veränderung der individuellen Bespannhärte sollte nur in kleinen Schritten von ca. 0,5kg vorgenommen werden. Als guten Wert kann man im Mittel ca. 8,5 kg Bespanngewicht annehmen, wobei Längs- und Quersaiten unterschiedlich hart gespannt werden.
Saitenauswahl:
Naturdarm-Saiten haben mit die besten Eigenschaften bezüglich Ballbeschleunigung, Ballkontrolle und der Aufprall Schock-Absorbierung, bis hin zum Rahmen-Randbereich. Zudem behalten Naturdarm-Saiten diese Eigenschaften über einen langen Zeitraum.
Multifile Kunst-Saiten neuerer Generation besitzen jedoch ähnliche Spieleigenschaften wie Naturdarm, sind in der Anschaffung billiger und gegenüber Feuchtigkeit und Temperatur unempfindlicher.
Spannungserhalt:
Eine Bespannung verliert erfahrungsgemäß bereits 8 Stunden nach der Besaitung ca. 10% ihrer Elastizität. Nach 4 Wochen und ca. 20 Stunden Bespielzeit beträgt der Elastizitätsverlust bereits über 20%. Das bedeutet, dass eine Saite nicht erst dann unbrauchbar ist, wenn sie reißt, sondern bereits dann, wenn sie einen Großteil ihrer Elastizität, Vibrationsdämpfung, Beschleunigung und Rücksprungkraft verloren hat. Minderwertige, unelastische Kunstsaiten, die oft einen hohen Aufprallschock haben, können eine Überbelastung der Arm-Muskulatur und des Sehnen-Apparats zur Folge haben.
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