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Schläger

Der Schläger ist der verlängerte Arm des Spielers. Er besteht aus dem Griff, dem Schaft, dem Schlägerkopf und der Besaitung. Früher wurden sie aus Holz gefertigt. Danach folgten die Stahlschläger, die sich zwar als sehr robust erwiesen, dennoch aus heutiger Sicht viel zu schwer sind. Schläger aus Aluminium waren sehr viel leichter und werden auch noch heute für den Low-Cost-Bereich hergestellt. Nachteil dieses Materials ist die Verformungsgefahr. Die Entwicklung in jüngster Zeit brachte immer leichtere und dynamischere Materialien. Heutige Rackets bestehen aus unterschiedlichsten Legierungen aus Graphite und Carbon mit geringen Anteilen Titanium, Boron, Kevlar u.a. Damit wird ein extrem geringes Gewicht bei dennoch hoher Flexibilität und somit guter Spieleigenschaft erreicht, wodurch die Stabilität hingegen etwas beeinträchtigt wird. Zwar verformen sich diese Materialien weniger als Aluminium, brechen dafür eher. Das Gewicht eines modernen Schläger reicht teils deutlich unter 90 Gramm. Solidere Schläger sind bis knapp über 100 Gramm erhältlich.

Schläger der unteren Preisklasse haben ein sog. T-Stück. Vereinsspielern ist von solchen zweiteiligen Modellen abzuraten, da die Spieleigenschaft (Flexibilität) darunter leidet und sich das Gewicht des Schlägers erhöht. Gerade die Flexibilität ist oft ein wichtiges Kaufkriterium, da somit der Ball zusätzliche Beschleunigung durch eine Art Federwirkung erfährt. Allerdings werden auch Schläger mit steifem Schaft angeboten, um mehr Kontrolle in die Schläge zu bekommen. Hat ein Schläger kein T-Stück, so heißt dies nicht, dass der Schläger auch zwangsläufig einteilig sein muss. Oft werden Schaft und Schlägerkopf ohne T-Stück verbunden und die Verbindungsstelle durch Lack überdeckt, so dass man denkt, einen einteiligen Schläger in der Hand zu halten. Durch fühlen des Schlägerkopfes kann man aber teils dahinter kommen, welches Material wirklich verwendet wird. Fühlt sich das Material kalt an, so wird wahrscheinlich das minderwertige Aluminium verwendet, obwohl der Schaft oft aus Karbon oder Graphit besteht. Richtig hochwertige Rackets bestehen daher wirklich aus nur einem Stück und werden mit "one-piece" bezeichnet. Die Preise dafür sprengen nicht selten die 100 € Grenze. Der Anfänger kann aber oft schon ab 30 € einen vernünftigen Schläger erhalten. Günstigere Modelle sind für den Vereinsspieler allerdings nicht mehr zu empfehlen.

Weiterhin unterscheidet man zwischen kopf- und grifflastigen Schlägern, bei denen der Balancepunkt entweder näher zum Schlägerkopf oder zum Griff liegt. Angriffspieler bevorzugen erstere Variante, um mehr Masse und somit mehr Druck in die Schläge zu bekommen. Die grifflastigen Schläger stoßen vor allem im Doppel sowie bei allen Verteidigungsspielern auf große Beliebtheit, da sich der Schläger durch den nah an der Hand befindlichen Schwerpunkt besser "handeln" lässt. Der Schlägerkopf lässt sich somit schneller bewegen. Um den Schwerpunkt zu bestimmen, legt man den Schläger auf einen Finger und balanciert ihn aus. Liegt dieser Punkt näher zum Griff, handelt es sich um einen grifflastigen und im anderen Fall um einen kopflastigen Schläger.

Je nach Hersteller werden unterschiedliche Griffstärken angeboten. Der Schläger sollte fest in der Hand liegen und beim Schlag nicht verrutschen. In der Regel werden drei Griffstärken angeboten. Ist sich der Spieler nicht sicher, sollte er sich für den dünneren Griff entscheiden, da dieser mit Griffbänder notfalls verstärkt werden kann.

Aufbau:

Ein moderner Wettkampf-Schläger hat eine Länge zwischen 65 und 68 cm, wobei zum Einen die Kopfform, zum Anderen die Schaftlänge eine Rolle spielt. Er besteht in der Regel aus "einem Guss" (nur einfache Schläger haben noch ein T-Stück aus Metall am Schaft-Kopf-Übergang). Mit Werkstoffen wird von den Herstellern viel experimentiert, wobei sicher am häufigsten eine Karbon-Composite-Bauweise Verwendung findet. Auch Mischaufbauten aus Karbon-Schaft und Metallkopf bzw. Karbon-Gemanteltem Metallschaft und Vollkarbon-Kopf finden Verwendung, die Griffstärken unterscheiden sich ebenfalls. Hier muss man selbst entscheiden, wie gut der Schläger in der Hand liegt.

Beschleunigung:

Unter der Beschleunigung eines Rackets ist die Abspring-Geschwindigkeit des Balles zu verstehen. Hierfür entscheidend ist vor allem die Flexibilität, Länge und Rückschnellkraft des Schlägerschaftes. Ebenso spielt die Art der Besaitung (Kunstdarm oder Naturdarm) und deren Bespannhärte eine Rolle.

Kontrolle:

Unter Kontrolle versteht man einerseits die möglichst geringe Beeinflussung des Materials auf die vom Spieler vorgegebene Schlagrichtung, andererseits das Ballgefühl (Feedback), das der Schläger dem Spieler vermittelt. Auch hier spielt die Art der Besaitung eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Handling:

Handling meint hier, wie gut sich ein Schläger "dirigieren" lässt, vor allem, wie schnell er Bewegungsimpulsen in eine gewünschte Schlagrichtung folgt. Ein gutes Handling steht in engem Zusammenhang mit dem Balance-Punkt und dem Gewicht eines Schlägers.

Balance-Punkt:

Er gibt die Gewichtsverteilung des Schlägers an.

1. Offensiv:
hoch, kopflastig (über 29)

2. Vario-offensiv:
ausgewogen (28,5 - 30,5)

3. Defensiv:
niedrig, grifflastig (unter 29,5)

4. Allround:
niedrig-ausgewogen (28 - 30,5)

Gewicht:

Ein geringes Gewicht macht noch kein gutes Racket aus. Produktionstechnisch ist es heute möglich, Rackets unter 85 g zu bauen. Doch diese Superleichtgewichte haben sich letztlich nicht bewährt, da es Ihnen an der nötigen "Schwungmasse" fehlt. Das Gewicht der heutigen Karbon-Rahmen hat sich zwischen 85 g und 98 g eingependelt.

Torsion:

Sie bedeutet hier eine Verdrehung um die Schläger-Längsachse. Ein Racket sollte eine hohe Torsionsfestigkeit haben, um während des Ballkontaktes die gewünschte Schlagrichtung nicht zu beeinflussen.

Kopfform:

In den letzten Jahren wurde mit der "idealen" Kopfform häufig experimentiert. Folgende Formen haben sich jedoch besonders bewährt:

1. Standard:
Hohe Steifigkeit, gutes Handling, sehr präzises Spielverhalten

2. Isometrisch:
Fehlerverzeihend, weil 30% größerer Sweet-Spot (ideale Trefferfläche), präzises Spielverhalten, Schaft muss gegenüber vielen neuen Formen nicht verkürzt werden.

 

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